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Meldung
18.11.2016

Fit für die Zukunft: Deutsches Museum Bonn stellt Innovationskonzept vor

Strukturelle und strategische Neuausrichtung | Basisfinanzierung durch öffentliche Hand weiter unklar

Bonn, 18.11.2016. Fluide Ausstellungsformen, strategische Partnerschaften und dauerhafte Projektförderung: Das Deutsche Museum Bonn legt ein Konzept für die inhaltliche wie finanzierungstechnische Neuausrichtung ab 2018 vor. Das Ziel: Das Profil der „WissensWerkstatt“ weiterentwickeln und als Kompetenzzentrum für MINT-Bildung etablieren, eine Plattform für Wissenschaftskommunikation in der Region bieten, aktuelle Themen wie Umwelt- und Klimaforschung, fokussieren und die Kooperation mit den Internationalen Organisationen und Schulen in Städten und Landkreisen systematisieren. Dabei setzt das Museum verstärkt auf Drittmittelakquise und damit auf Konsolidierung der Ein- und Ausgabenstruktur.

Das Deutsche Museum Bonn als einzigartiger außerschulischer Bildungsort hat in den letzten 20 Jahren zahlreiche neue und unkonventionelle Vermittlungsformen entwickelt, erprobt und optimiert. Dabei stößt das Haus bei den gegebenen räumlichen und finanziellen Ressourcen zunehmend an seine Grenzen. „Das Deutsche Museum Bonn hat mit seinen Erfahrungen und Kompetenzen noch erhebliches Entwicklungspotential. Das wollen wir mit einer strukturellen Neuausrichtung, einer „radikalen Evolution“ wie wir es nennen, künftig besser ausschöpfen und setzen dabei ganz gezielt auch auf Synergieeffekte mit starken Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in Bonn und der Region“, sagt Museumsleiterin Dr. Andrea Niehaus.

Neuer zeitgenössischer Museumstyp
Die geplante Strukturreform sieht eine Synthese neu entwickelter Ideen mit den bis jetzt oft räumlich und zeitlich getrennten Vermittlungsformen vor. Das Deutsche Museum Bonn will neue fluide Ausstellungsformen mit involvierenden Formaten kreieren, um den Anforderungen sich dynamisch entwickelnder Forschungsfelder gerecht zu werden. So soll ein naturwissenschaftlich-technisches Museum entstehen, das aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Bedarfen noch weitaus besser als bisher entspricht und beste Voraussetzungen für inhaltliche wie finanzielle Kooperationen bietet. „Durch die Neuausrichtung bietet das Museum vielfältige thematische Anschlussfähigkeit. Wir können kurzfristiger auf Anfragen reagieren und streben einen möglichst permanenten Zugriff auf Drittmittel an. Mittelfristig ist sogar eine dauerhafte Projektförderung unser Ziel“, erklärt Andrea Niehaus.

Evolution in Etappen
Wenn der Fortbestand des Deutschen Museums Bonn gesichert ist, kann bereits ab 2018 am aktuellen Standort eine Weiterentwicklung innerhalb der nächsten fünf Jahre bis 2021 durch die schrittweise Umgestaltung einzelner Ausstellungsbereiche mit dafür eingeworbenen Projektmitteln und Sachleistungen von Förderpartnern erfolgen. Dabei sind Themenbereiche wie  Umwelt- und Klimaforschung, Biochemie und Genetik sowie ein Schülerlabor zum Thema Materialwissenschaften im TRANSRAPID geplant. Als Summe aller Evolutionsschritte strebt das Deutsche Museum Bonn entweder in den bisherigen Räumlichkeiten oder an einem anderen Standort eine grundlegende Neugestaltung an. Für diese „Zukunftsinitiative DMB“ bedarf es erheblicher zusätzlicher Ressourcen, die eine konzertierte Aktion aller beteiligten Partner erforderlich macht.
Starke Partnerschaften

Ein Beispiel: 2017 kooperiert das Deutsche Museum Bonn mit der Bundeskunsthalle und zeigt im Rahmen der vom UN-Klimasekretariat initiierten Sonderausstellung „Wetterbericht“ das Ausstellungsmodul „Anthropogener Klimawandel“. Dafür wird im bestehenden Ausstellungsbereich „Zwischen Himmel und Hölle“ ab 2018 eine neu konzipierte Einheit zur Umwelt- und Klimaforschung eingerichtet. Damit rückt das Deutsche Museum Bonn das für den Standort Bonn zentrale Gegenwarts- und Zukunftsthema „Nachhaltigkeit“ noch stärker und sichtbarer ins Zentrum der Museumsaktivitäten als bisher und eine dauerhaft tragfähige Kooperation mit dem UN-Klimasekretariat in Bonn wird realistisch.

Drei-Säulen-Modell zur Finanzierung
Mit diesem Konzept zeigt das Deutsche Museum Bonn, dass es ein attraktiver Partner für Bonn und die gesamte Region ist und sich trotz drohender Schließung zum 31. Dezember 2016 aktiv auf die Zukunft vorbereitet. Unverzichtbare Grundlage ist jedoch die Umsetzung des vom Förderverein „Wissenschaf(f) Spaß – Für Bildung und Innovation im Rheinland“ vorgelegten Drei-Säulen-Modells. Dieses sieht vor, die künftige Finanzierung neben der öffentlichen Förderung auf eine privatwirtschaftliche Grundlage zu stellen. Ausgangspunkt ist die auf mindestens fünf Jahre gesicherte Finanzierung der Betriebskosten von 600.000 € durch regionale Gebietskörperschaften. 400.000 € kommen aus Eigen- und Projektmitteln des Deutschen Museums Bonn (Projektmittel des Stifterverbands, des Landes NRW sowie Einnahmen aus Eintritten, Veranstaltungen und Museumsshop). Weitere 200.000 € für Werbung, Investitionen und Instandhaltung will der Förderverein bereitstellen.

Öffentliche Finanzierung weiter unklar
Die Zeit für eine Entscheidung drängt: Die Finanzierung für 2017 und 2018 ist nach dem Stand der Beratungen über den Haushalt der Stadt Bonn zwar gesichert. Noch offen ist jedoch der Zuschuss der Stadt Bonn in der mittelfristigen Finanzplanung ab 2019, der nach derzeitigem Stand mindestens 400.000 € betragen muss Doch auch wenn der Bonner Stadtrat diesen vorgeschlagenen jährlichen Zuschuss ab 2019 beschließt, ist die Basisfinanzierung von insgesamt 600.000 € pro Jahr noch nicht sicher. Deshalb müssen alle Beteiligten noch Überzeugungsarbeit bei den anderen Gebietskörperschaften leisten. Der Förderverein ist nach aussichtsreichen Gesprächen mit Landrat, Mitgliedern des Kreistages und den Bürgermeistern der Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis jedoch sehr zuversichtlich, dass sich andere Institutionen der öffentlichen Hand an der noch verbleibenden Summe von 200.000 € beteiligen, wenn die Stadt Bonn ihren Beitrag von 400.000 € für diese Basisfinanzierung genehmigt. Weitere Gespräche mit anderen Landkreisen und Städten sind verabredet.

Lobbyarbeit und Beratung durch den Förderverein
Der Förderverein wird neben gezielter Lobbyarbeit und strategischer Kommunikation in Bonn und den umliegenden Landkreisen und Städten mit aller Kraft daran arbeiten, weitere Mitglieder und Spender gewinnen, um das gesetzte Ziel von 200.000 € Zuschuss pro Jahr zu erreichen. Der Verein hat mittlerweile rund 200 Unterstützer und ist aufgrund der bisherigen Erfahrungen sehr zuversichtlich, dieses Ziel bis 2018 auch zu erreichen. Auch deshalb hat der Verein einen externen Berater engagiert, bei der inhaltlichen Neuausrichtung der künftigen Arbeit des Deutschen Museums Bonn Unterstützung zu leisten und das jetzt vorgelegte Innovationskonzept gemeinsam mit den Mitarbeitenden final zu entwickeln.

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