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Meldung
26.02.2019

Technikjournalismus für alle - Blog nach Relaunch wieder online

Mädchen und junge Frauen sind unterrepräsentiert in Berufen, die von Technik oder Informatik bestimmt sind. Professorin Dr. Susanne Keil vom Fachbereich Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) hat als eine Ursache die Berichterstattung über Technik ausgemacht und möchte hier mit einem Blog gegensteuern.

Die Ausgangsfrage war, wie sich wohl die Leserschaft technischer Fachmagazine wie Technology Review oder von Magazinen zur Computertechnik wie c't zusammensetzt? Von allen soziodemografischen Merkmalen, wie Alter, Bildung oder berufliche Position ist das Geschlecht hier das auffälligste, fand Keil heraus: Der Anteil an Leserinnen bewegt sich lediglich zwischen drei und neun Prozent. Das bedeutet: Technikberichterstattung erreicht überwiegend Männer.

Das möchte Professorin Keil ändern. Mit ihrem Team verfolgt sie im Forschungsprojekt "Technik - Gender - Journalismus" das Ziel, eine Art der Berichterstattung über Technik zu entwickeln, die alle Menschen erreicht. Ende Februar ist dazu eine überarbeitete Version des Blogs "gender2technik.de" online gegangen. Hier werden einerseits Forschungsergebnisse und andererseits technikjournalistische Best-Practice-Beispiele präsentiert.

In dem Forschungsblog werden seit 2015 aktuelle Beiträge rund um Technik veröffentlicht. Für den jetzt erfolgten Relaunch haben Studierende von Susanne Keil daran gearbeitet, dass die Zielgruppen - allen voran Studierende des Technikjournalismus, aber auch der ingenieurwissenschaftlichen Fächer, Redakteurinnen und Redakteure von Technikmedien, Unternehmen aus der Technikbranche sowie Fachleute aus Ingenieurwissenschaft oder Informatik die Informationen finden, die für sie relevant sein könnten. Zudem hat der Blog eine Struktur bekommen, durch die auch ältere Beiträge besser zu finden sind.

Warum kennt Google keine "Maschinenbauerin"?

Im Zuge des Relaunch wurde auch das Logo runderneuert und  auf eine binäre Visualisierung von Geschlecht verzichtet. Professorin Susanne Keil ist aber der Auffassung, dass das vordringliche Ziel, Mädchen und Frauen für Technik zu begeistern und sie so verstärkt für ingenieurwissenschaftliche Studiengänge zu gewinnen, noch eine Zeit lang im Mittelpunkt der Bemühungen stehen wird: "Das fängt damit an, dass wir sogenannte Role-Models vorstellen und zeigen, wie auch der Beruf der Ingenieurin mit einem erfüllten Familienleben verbunden werden kann, geht weiter über die Verbreitung von Bildern und Videos, in denen Frauen bei der Entwicklung und Nutzung von Technik zu sehen sind, und reicht bis zur Analyse der Sprache. Warum heißt die Schraubenmutter, die auch in dem neuen Logo enthalten ist, eigentlich Mutter? Was bedeutet es, dass weder die Google-Suche noch das Rechtschreibprogramm von Microsoft ,Maschinenbauerin' kennt und stattdessen fragt ,Meintest du Maschinenbauer?' Und unter einem Diversity-Aspekt: Welche Vorstellungen von Gesellschaft werden transportiert, wenn in der Elektronik von Master- und Slave-Netzschaltern gesprochen wird?"

Begleitet wird der Blog seit Beginn auch durch die Social-Media-Kanäle Facebook und Twitter. Seit Juni 2018 wird zudem der Instagram-Account technikfreundinnen betrieben, der sich insbesondere an 13- bis 17-jährige Mädchen richtet. Er informiert unter anderem über die Technik-Ferienangebote für Mädchen, die die Gleichstellungsstelle der H-BRS organisiert.

Zum Blog: www.gender2technik.de


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